Preisindex für persönliche Konsumausgaben
Bevorzugtes Inflationsmaß der Fed. Spiegelt Änderungen in Verbraucherausgabenmustern wider und deckt ein breiteres Spektrum von Preisbewegungen ab als CPI.
Tiefgehender Kontext
Historisch hat der PCE-Index, insbesondere sein Kernmaß, tendenziell niedrigere Inflationsraten ausgewiesen als der bekanntere CPI, was auf unterschiedliche Gewichtung und Formeln zurückzuführen ist. Die Fed bevorzugt PCE aufgrund seiner umfassenderen Abdeckung (inkl. indirekter Ausgaben), flexibleren Gewichtung (substitutionsfreundlicher) und konsistenteren Datenüberprüfung. Für 2026 wird der PCE-Index weiterhin der primäre Gradmesser für die Normalisierung der Inflation sein. Sein Verlauf wird entscheidend bestimmen, ob die Fed ihr Inflationsziel nachhaltig erreicht und welche Zinspfadstrategie sie verfolgt, mit weitreichenden Implikationen für globale Kapitalmärkte und die Realwirtschaft.Die Ratsdebatte
“Die derzeitige Disinflation könnte trügerisch sein. Geopolitische Fragmentierung und protektionistische Tendenzen bedrohen globale Lieferketten massiv. Konflikte im Nahen Osten oder eine Eskalation in der Taiwanstraße könnten jederzeit neue Energie- oder Chiphersteller-Schocks auslösen, die den PCE durch höhere Importpreise und Inputkosten unerwartet anheizen. Die grüne Transformation ist ebenfalls inflationsfördernd durch den Bedarf an kritischen Rohstoffen, die oft aus geopolitisch instabilen Regionen stammen. Dies sind Risiken, die technische Chartanalyse nicht erfassen kann.”
“Wir sehen einen klaren Trend zur Disinflation, gestützt durch eine Normalisierung der Angebotsketten und eine nachlassende Güternachfrage. Die fiskalische Straffung in den USA und die restriktive Geldpolitik der Fed wirken dämpfend. Zwar ist die Kerninflation im Dienstleistungssektor noch hartnäckig, doch die Lohnforderungen scheinen sich zu mäßigen, was die 'Second-Round-Effects' begrenzt. Wir erwarten eine sanfte Landung, bei der der PCE bis Ende 2025 stabil bei oder nahe 2% liegt, gestützt durch gut verankerte Inflationserwartungen.”
“Die Makro-Erzählung der sanften Landung ignorieren teilweise die strukturellen Daten. Ja, die headline PCE ist gefallen, aber die 'Sticky Price PCE' verharrt hartnäckig über 3%. Die Kern-Dienstleistungsinflation ohne Mieten zeigt ebenfalls kaum eine substanzielle Abkühlung. Unsere Modelle zeigen, dass der Arbeitsmarkt weiterhin ungewöhnlich robust ist, mit Lohnwachstum über dem Produktivitätswachstum. Die Basiseffekte der letzten Monate kaschieren die Tatsache, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck immer noch über dem Fed-Ziel liegt. Historische Korrelationen von Arbeitsmarkt- und Preisdaten sind nicht gebrochen.”
“Aus technischer Sicht sehen wir im PCE-Index eine Konsolidierungsphase nach einem starken Rückgang. Der Core PCE hat Unterstützung bei etwa 3,0% gefunden, was auch eine psychologische Marke darstellt. Die gleitenden Durchschnitte signalisieren zwar noch eine Abwärtsbewegung, aber der Momentum-Indikator RSI deutet auf eine nachlassende Verkaufskraft hin. Ein nachhaltiger Bruch unter 2,8% wäre ein starkes Signal für die weitere Disinflation, während ein Anstieg über 3,5% auf eine erneute Beschleunigung hindeuten würde. Die 10-Jahres-TIPS-Breakeven-Inflationsrate hat sich stabilisiert und zeigt eine Markterwartung um 2,3-2,5%.”
“Die Fed bleibt datenabhängig. Der PCE ist unser Leitinstrument. Eine zu frühe Lockerung der Geldpolitik angesichts der noch erhöhten Kerninflation birgt das Risiko einer 'Stop-and-Go'-Politik, die die Glaubwürdigkeit untergraben würde. Eine zu lange restriktive Haltung könnte hingegen eine unnötige Rezession verursachen. Die Herausforderung besteht darin, zwischen dem nominalen PCE und den strukturellen Treibern wie Produktivität und Demografie zu differenzieren. Unser Ziel ist ein symmetrisches 2%-Ziel, und wir werden nicht zögern, weitere Maßnahmen zu ergreifen, sollten die Daten dies erfordern.”
“Technologische Innovationen wie KI und Automatisierung könnten langfristig eine strukturell disinflationäre Kraft darstellen, indem sie die Effizienz steigern, Produktionskosten senken und Preistransparenz erhöhen. Die 'Creator Economy' und globale E-Commerce-Plattformen intensivieren den Wettbewerb. Kurzfristig könnten jedoch der hohe Energiebedarf von KI-Infrastrukturen und der Bedarf an hochspezialisierten Chips zu Kostensteigerungen führen. Auch die Fachkräftemangel in der Tech-Branche könnte zu selektiven Lohnforderungen führen, die sich im Dienstleistungs-PCE widerspiegeln, jedoch ist der Gesamteffekt auf die Produktivität wohlüberwiegend positiv.”
Marktauswirkungen
Verstärkt Fed-Hawkishness, führt zu höheren Endzinsen. Belastet Tech-Aktien.
Erhöht Hoffnungen auf Fed-Dovish-Pivot, gibt allgemeine Markterleichterung.
Kontext 2026
Sinkende Mietanteile und deflationärer Druck bei 'immateriellen Vermögensdienstleistungen' aufgrund von KI-Produktivitätsgewinnen stabilisieren PCE. Hält den Schlüssel für die Fed, ihr 2%-Ziel zu erreichen.